Gentlemen - 3 Bände

"Gentlemen segeln nicht gegen den Wind“

ist ein scherzhafter Spruch amerikanischer Segler, den ich mir gern zu eigen gemacht habe, weil er "leichtere" Seite des von manchem mit einer gewissen Verbissenheit betriebenen Hobbys und Sports betont. Insofern schien er mir als Obertitel einer Trilogie von Essaysammlungen geeignet, die weder Handbücher noch "Führer" sein wollen, also nicht in der Tradition der Beschreibungen von Küsten, Klippen, Ankerbuchten und Häfen stehen, wie man sie seit der Antike kennt, die ja im Wesentlichen  Küstenschifffahrt war, sondern dort einsetzen, wo die "Portolani" enden.

Der Gentlemen und Autor Paul Werner auf seiner Soskin, dem Segelschiff



Die drei Titel der Bände.
Mit einem Klick gelangen Sie zur Buchvorstellung:


Band 1: Einmal New York und zurück

Band 2: Atlantik, Nord.- und Ostsee

Band 3: Nebel des Nordens



Die Periegese, also der Ausgangs.- und Endpunkt im Hafen, wi die Solskin liegt


Der Seemann kommt im Hafen an, geht von Bord, mischt sich unter die Einheimischen, besichtigt ihm bemerkenswert erscheinende Sehenswürdigkeiten oder beschreibt bizarre Gebräuche oder absonderliche Gepflogenheiten, macht auch mal Abstecher ins Landesinnere und gibt bei alledem fast soviel von sich selbst preis, wie von den Objekten, die er uns, der Leserschaft, näherbringt. Dies ist das übliche Szenario der klassischen sogenannten "Periegese", dem Rundgang, der seinen Ausgangs- und Endpunkt im Hafen findet.



Die drei Bücher der Trilogie beschreiben in diesem Sinne Reisen, die ich in den Jahren 2012 – 2014 mit SOLSKIN, einer Hallberg-Rassy 36 MK I Baujahr 1992, Fabrikationsnummer 147, nach Amerika und in Nordeuropa unternahm. Ein viertes schildert meine Rundreise in einem wesentlich kleineren, leichter überschaubaren, dafür aber umso geschichtsträchtigeren  Seegebiet, der Ägäis, der ich auf diese Weise ein gesondertes "Denkmal" setzen und mich von meiner getreuen Rosinante Solskin gebührend verabschieden wollte. 

die SOLSKIN, eine Hallberg-Rassy 36 MK I Baujahr 1992, Fabrikationsnummer 147


 


"Einmal New York und zurück" fußt eigentlich auf einer verrückten Idee. Nachdem ich 2010 die gerade gebraucht erworbene Solskin von Kampen in Holland nach Piräus überführt hatte, es mir aber auf Dauer in Griechenland doch zu langweilig wurde -  immer nur Tsatsiki, Sirtaki und Sonne satt hält kein Mensch lange aus -  war ich 2011 in Etappen nach Gibraltar zurückgekehrt und wollte das Schiff nun 2012 wieder nach Nordeuropa überführen -  als mir dieser amerikanische Spruch einfiel. Warum ihn nicht mal auf seinen wahren Sinngehalt testen und sozusagen "außen rum" nach Nordeuropa juckeln? 

Einmal New York und zurück mit dem Buchautor Paul Werner
den Atlantik umkurven mit der Solskin


Gesagt, getan, brach ich Ende Januar 2012 von Gibraltar aus auf und umkurvte mit wechselnder Besatzung den Atlantik, um, (fast) ausschließlich mit Rückenwind im Süden Irlands wieder Europa zu erreichen. Es wurde eine einzigartige Reise über die Kanaren zu den Kapverden, über den Ozean in Begleitung von hungrigen Haien auf wogenden Teppichen von Sargasso auf der menschenleeren Barfußroute zu den Kleinen Antillen, englischen und amerikanischen Jungferninseln, dem faszinierenden  Puerto Rico und der "gemischten" DomRep am nördlichen Kuba vorbei im tiefblauen Wasser des Golfstroms nach Florida.        


Von Fort Lauderdale bis Norfolk, Virginia, machte ich von  der Möglichkeit Gebrauch, weite Strecken auf dem Intracoastal Waterway, einer einzigartigen, stets nahe an der Küste bleibenden und parallel zu dieser verlaufenden Binnenwasserstraße zurückzulegen. Das ist weniger sportlich, dafür aber sieht man mehr von Land und Leuten als draußen auf See, zumal die Ostküste, vom Meer aus betrachtet, eher langweilig bleibt. Die so gewonnenen Eindrücke von Florida, den Carolinas und Virginia zählen ebenso zu den Highlights der Reise wie der Aufenthalt in New York oder besser New Jersey, gegenüber von Manhattan Süd.

Auf nach Florida mit der Solskin!
Mit der Solskin auf der Großkreis-Nordrute nach Irland




Über das "amerikanische Cows" Newport, Rhode Island, ging es über die Bucht von Maine nach Halifax, Nova Scotia und zurück auf der Großkreis-Nordroute nach Irland, in die Bucht von Cork, wo sich im beschaulichen Crosshaven eine ausgezeichnete Bootswerft der Blessuren annahm, die Solskin auf der Fahrt erlitten hatte.


Endgültig geschlossen wurde die Schleife erst, als ich im darauffolgenden Jahr mit Solskin über Land's End und Cowes wieder Ostende erreichte, wo der Überführungstörn drei Jahre zuvor begonnen hatte. In Band 2 "Atlantik, Nord- und Ostsee" kann man nachlesen, wie Solskin mit stehendem Mast halb Holland durchquerte und nach einem Schlenker durch Skandinavien auf Rügen überwinterte. Dort startete im letzten Jahr meiner intimen Freundschaft mit Solskin unser letzter gemeinsamer Törn, der, beschrieben im letzten Band der Trilogie "Nebel des Nordens" zum gefährlichsten wurde, den ich zeit meines Lebens je bestritten habe.

Segeltörn mit der Solskin


Was soll ich sagen: der Spruch funktioniert. Es gab die eine oder andere Flaute, selbst draußen auf dem südlichen Nordatlantik, aber Gegenwind so gut wie nie. Ein alles in allem durchaus nachahmenswerter Törn mit Suchtpotenzial.